Freiburg ·
Newsletter

Bauen und renovieren in der Schweiz, mit den echten Zahlen.

Energie · Deutschschweiz

Estrich dämmen: Kosten pro m2 und Förderung

Den Estrichboden zu dämmen kostet laut Ofri 40 bis 75 Franken pro Quadratmeter, das Dach zwischen den Sparren 75 bis 180. Die günstigere Massnahme hat einen Haken: Zürich und Zug fördern sie nicht, Basel-Stadt zahlt 20 Franken pro Quadratmeter.

Ein Handwerker rollt in einem unbeheizten Estrich eines älteren Schweizer Hauses gelbe Mineralwolle über eine verklebte Dampfbremse aus, die Hälfte des Bodens ist bereits gedämmt, darüber Sparren und die Unterseite der Ziegel, vorne eine Estrichluke.
Die Dämmung ist schnell ausgerollt, entscheidend ist die verklebte Folie darunter.

Warme Luft steigt. In einem Einfamilienhaus mit kaltem Estrich geht deshalb ein guter Teil der Heizwärme durch die oberste Decke verloren. Wer das ändern will, hat zwei Wege: den Estrichboden dämmen, also die Decke zwischen dem obersten beheizten Geschoss und dem kalten Estrich, oder das Dach von innen dämmen, zwischen und unter den Sparren. Der erste Weg ist der günstigste Eingriff an der ganzen Gebäudehülle, der zweite ist die Voraussetzung, um den Estrich später zu bewohnen.

Die beiden Wege unterscheiden sich nicht nur im Preis. Sie unterscheiden sich auch darin, ob der Kanton etwas zahlt, und hier liegt die Überraschung dieses Artikels.

Estrichboden oder Dach: zuerst die Nutzung klären

Die Wahl hängt an einer einzigen Frage: Soll der Estrich in den nächsten Jahren bewohnt werden? Das Bundesamt für Energie unterscheidet in seinem Merkblatt zu gedämmten Dächern drei Fälle.

  • Der Estrich bleibt ungenutzt. Dann genügt es, weiche Dämmmatten auf den Estrichboden zu legen, weil niemand darauf geht. Das ist die günstigste Variante.
  • Der Estrich dient als Abstellraum. Dann braucht es trittfeste Dämmplatten oder Verbundplatten mit begehbarer Deckschicht.
  • Der Estrich wird Wohnraum. Dann wird nicht der Boden gedämmt, sondern das Dach selbst, und der Estrich rückt in die warme Gebäudehülle.

Wer heute den Estrichboden dämmt und in fünf Jahren doch ausbaut, bezahlt zweimal: Die Bodendämmung wird dann überflüssig, und das Dach muss trotzdem gedämmt werden. Die Nutzung gehört deshalb vor die Offerte, nicht danach.

Was kostet es, den Estrichboden zu dämmen?

Die Offertenplattform Ofri nennt für die Dämmung des Dachbodens, also der obersten Geschossdecke, CHF 40 bis 75 pro Quadratmeter (Artikel vom 26. Juli 2026). In ihrem eigenen Beitrag zum Dachboden schlüsselt sie die Varianten auf:

Variante Estrichboden Quelle Preis pro m²
Dachbodendämmung, Durchschnitt Ofri, Juli 2026 CHF 40 bis 75
Einblasdämmung in den Hohlraum der Decke Ofri, Dachboden dämmen CHF 15 bis 27
Hohlraumdämmung mit Dämmmatten Ofri, Dachboden dämmen CHF 15 bis 60
Decke begehbar machen und dämmen Ofri, Dachboden dämmen CHF 40 bis 73
Anfahrt Ofri, Dachboden dämmen CHF 70 bis 90 pro Stunde

Die Plattform houzy.ch rechnet für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit CHF 4 000 bis 7 000 für die Dämmung des Dachbodens (publiziert am 8. Juni 2023). Das passt zur Ofri-Spanne: Bei 80 m² Estrichboden ergeben 40 bis 75 Franken pro Quadratmeter CHF 3 200 bis 6 000.

Begehbar oder nicht. Der grösste Preissprung entsteht durch die Begehbarkeit. Eine Einblasdämmung oder lose verlegte Matten kosten am wenigsten, aber man kann den Estrich danach nicht mehr als Lager brauchen, ohne die Dämmung zusammenzudrücken. Wer Kisten, Ski und Weihnachtsschmuck weiterhin oben lagern will, zahlt für die begehbare Ausführung.

Die Dauer. Ofri rechnet mit etwa einer halben Stunde pro Quadratmeter für einen geübten Handwerker. Für 80 m² sind das rund 40 Arbeitsstunden, also eine Arbeitswoche für eine Person oder zwei bis drei Tage für ein Zweierteam. Das Haus bleibt in dieser Zeit bewohnbar.

Was kostet es, das Dach von innen zu dämmen?

Wird der Estrich ausgebaut, kommt die Dämmung ins Dach. Von innen geschieht das zwischen den Sparren (Zwischensparrendämmung), oft ergänzt durch eine zweite Lage darunter (Untersparrendämmung). Von aussen wird auf den Sparren gedämmt, was das Abdecken des ganzen Daches voraussetzt.

Variante Dach Ofri, Juli 2026 houzy.ch, Juni 2023
Zwischensparrendämmung CHF 75 bis 180 pro m² CHF 75 bis 180 pro m²
Untersparrendämmung, ergänzend CHF 35 bis 90 pro m² CHF 40 bis 90 pro m²
Aufsparrendämmung, von aussen CHF 150 bis 280 pro m² CHF 180 bis 325 pro m²
Innenverkleidung und Verputz nicht ausgewiesen CHF 60 bis 100 pro m²

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus nennt houzy.ch CHF 11 000 bis 27 000 für die Zwischensparrendämmung und CHF 7 500 bis 15 000 für die Untersparrendämmung. Ofri hat 33 Aufträge «Dach isolieren» ausgewertet: Sie lagen zwischen CHF 3 625 und 10 225, im Mittel bei CHF 6 800. Diese Aufträge sind offensichtlich kleiner als ein kompletter Dachausbau; die Zahl zeigt, was ein typischer Auftrag kostet, nicht was ein ganzes Dach kostet.

Warum das Dach mehr kostet als der Boden. Drei Gründe. Erstens ist die Dachfläche eines Steildachs grösser als die Bodenfläche darunter, man dämmt also mehr Quadratmeter. Zweitens wird über Kopf und um jeden Sparren herum gearbeitet. Drittens muss danach verkleidet werden, sonst bleibt die Dämmung offen. Wer den Dachstock bewohnen will, rechnet zudem mit Dachfenstern; was diese kosten und welche Bewilligung sie brauchen, steht in unserem Artikel über Dachfenster und Lukarnen.

Ohne dichtes Unterdach keine Innendämmung. Das Merkblatt des Bundesamts für Energie gibt einen einfachen Test: Sieht man vom Estrich aus die Ziegel, hat das Haus kein Unterdach. Dann muss das Dach abgedeckt und ein Unterdach eingebaut werden, bevor von innen gedämmt werden kann. Das ist der Moment für eine vollständige Dachsanierung, mit Gerüst und Spenglerarbeiten.

Welcher U-Wert gilt nach MuKEn und SIA 380/1?

Die Anforderungen stehen in der Vollzugshilfe EN-102 der Konferenz Kantonaler Energiefachstellen, die auf der Norm SIA 380/1 beruht. Für den Estrichboden ist eine Zeile wichtig, die oft übersehen wird: Er grenzt nicht an das Aussenklima, sondern an einen unbeheizten Raum, und dafür gelten mildere Werte.

Bauteil Neues Bauteil Vom Umbau betroffen
Dach gegen Aussenklima U ≤ 0,17 W/m²K U ≤ 0,25 W/m²K
Estrichboden gegen unbeheizten Estrich U ≤ 0,25 W/m²K U ≤ 0,28 W/m²K

Wird ein bisher unbeheizter Estrich zu Wohnraum umgenutzt, müssen nach EN-102 die Anforderungen für Umbauten erfüllt werden. Ein neues Dach über dem ausgebauten Estrich ist ein neues Bauteil und muss den Neubauwert einhalten.

Für die Förderung gilt ein strengerer Wert: Die Kantone Zürich und Zug verlangen für gedämmte Dächer U ≤ 0,20 W/m²K und eine Verbesserung um mindestens 0,07 W/m²K. Wer das gesetzliche Minimum anpeilt, verschenkt den Beitrag. Lassen Sie den U-Wert vor der Offerte berechnen; Zürich verlangt die U-Wert-Berechnung ohnehin mit dem Gesuch.

Die MuKEn 2025 wurden am 29. August 2025 von der Energiedirektorenkonferenz verabschiedet. Die Kantone übernehmen sie gestaffelt bis 2030; bis dahin gilt im jeweiligen Kanton sein heutiges Energierecht.

Förderung: der Estrichboden geht meist leer aus

Das ist der Punkt, an dem viele Rechnungen nicht aufgehen. Das Gebäudeprogramm fördert die Dämmung von Fassade, Dach, Wand und Boden gegen Erdreich. Die Dämmung gegen unbeheizte Räume gehört in den meisten Kantonen nicht dazu, und der Estrichboden ist genau ein solches Bauteil.

Kanton Dach gegen aussen Estrichboden Wichtigste Bedingungen
Zürich CHF 40 pro m², Bonus CHF 60 pro m² bei 90 % der Hülle nicht gefördert U ≤ 0,20, Gesuch vor Baubeginn, Baubewilligung vor 2000, mindestens CHF 2 000
Zug CHF 60 pro m², auch über unbeheiztem Estrich nicht gefördert U ≤ 0,20, Baubewilligung vor 2000, mindestens CHF 3 000
Basel-Stadt CHF 50 pro m² CHF 20 pro m², U ≤ 0,25 Baujahr vor 2000, mindestens CHF 1 000, höchstens 40 % der Kosten
Bern keine Förderung einzelner Bauteile keine Förderung einzelner Bauteile nur Gesamtsanierung über GEAK-Klassen

Kanton Zürich. Das Förderprogramm 2026 schreibt es wörtlich: «Nicht gefördert werden: Fenster, Türen und Gebäudeteile gegen unbeheizte Räume (z.B. Kellerdecken und Estrichböden).» Gefördert wird die Dämmung des Daches mit CHF 40 pro m². Beiträge unter CHF 2 000 werden nicht ausbezahlt, und der Beitrag ist auf die Hälfte der Investitionskosten begrenzt. Beim Bonus Gebäudehülleneffizienz von zusätzlich CHF 60 pro m² gibt es eine Ausnahme: Ist der Dachboden unbeheizt, darf anstelle des Dachs der Estrichboden gedämmt werden, um die verlangten 90 % der Hülle zu erreichen. Die Fläche des Estrichbodens zählt aber nicht für den Beitrag. Die Ansätze im Überblick zeigt unser Artikel Förderprogramm: was der Kanton zahlt.

Kanton Zug. Die Förderbedingungen 2026 sind die klarsten zur Frage, was über einem kalten Estrich gilt: Die Dämmung von «Dach, Giebel oder Kniestock» ist auch dann förderberechtigt, wenn der Estrich unbeheizt ist, sofern das Geschoss darunter beheizt ist. Der Estrichboden selbst ist ausgeschlossen. Der Ansatz beträgt CHF 60 pro m² gedämmtes Bauteil.

Kanton Basel-Stadt. Er fördert als Ausnahme auch die «Decke gegen unbeheizt (Estrichboden)» mit CHF 20 pro m², bei einem U-Wert von höchstens 0,25 W/m²K. Das Dach erhält CHF 50 pro m². Der Mindestbeitrag liegt bei CHF 1 000, also mindestens 50 m² Estrichboden, wenn sonst nichts gedämmt wird.

Kanton Bern. Der Leitfaden vom März 2026 kennt keinen Beitrag pro Quadratmeter für einzelne Bauteile. Gefördert werden Sanierungen, die das Gebäude um mindestens zwei GEAK-Klassen verbessern, bei der Gebäudehülle und bei der Gesamtenergieeffizienz. Ein Einfamilienhaus erhält dann CHF 70 pro m² Energiebezugsfläche für zwei Klassen, mehr für weitere. Mit dem Gesuch ist ein GEAK Plus einzureichen. In diesem Modell zählt der Estrichboden indirekt mit, weil er zur Klassenverbesserung beiträgt. Wird das Haus nach der Sanierung weiter mit Öl, Gas oder Strom direkt beheizt, gibt es keinen Beitrag.

Was in Zürich offen bleibt. Das Zürcher Programm fördert «beheizte Gebäude» und schliesst Bauteile gegen unbeheizte Räume aus, sagt aber nicht ausdrücklich, ob das Dach über einem kalten Estrich als Dach gegen aussen gilt. Klären Sie das vor dem Gesuch mit der Fachstelle, Telefon 0800 93 93 93.

Die Rechnung, an einem Beispiel. Annahme: Einfamilienhaus im Kanton Zürich, 80 m² Estrichboden, 120 m² Dachfläche. Den Estrichboden zu dämmen kostet nach Ofri CHF 3 200 bis 6 000, ohne Förderbeitrag. Das Dach zwischen den Sparren zu dämmen kostet CHF 9 000 bis 21 600 ohne Verkleidung; ist es förderberechtigt, zahlt der Kanton bei U ≤ 0,20 CHF 4 800. Der Beitrag verkleinert die Differenz, hebt sie aber nicht auf. Wer den Estrich nicht ausbauen will, fährt mit dem Boden immer noch günstiger.

Wo die Dämmung misslingt

Die Luftdichtheit. Eine Holzbalkendecke ist nicht luftdicht. Ohne Dampfbremse unter der Dämmung zieht warme, feuchte Raumluft hinein, kondensiert auf der kalten Seite und lässt die Dämmung faulen. Das Merkblatt des Bundesamts für Energie verlangt eine Folie, deren Bahnen sich um 10 cm überlappen und verklebt sind. Bei einer Betondecke ist keine Dampfbremse nötig, sie ist bereits luftdicht.

Die Zusatzdämmung auf alter Dämmung. Liegt schon eine dünne Dämmung in der Decke, darf die neue Schicht nicht dampfdichter sein als die alte. Eine Dampfbremse obenauf oder dichte Schaumstoffplatten können sonst Feuchte zwischen den Schichten einschliessen.

Die Ränder. Die Dämmung muss bis an die Mauerkrone und den Kniestock reichen. Ein Streifen ungedämmter Decke entlang der Traufe ist eine Wärmebrücke, an der die Zimmerdecke darunter kalt bleibt. Bei begehbaren Platten verlangt das Merkblatt Dehnungsfugen am Rand, die mit loser Mineralwolle gefüllt werden.

Die Estrichluke. Die Treppe oder Luke ist das Loch in der gedämmten Decke. Eine ungedämmte, undichte Klappe lässt warme Luft genau dort in den Estrich, wo man sie nicht will. Eine Schweizer Vorschrift speziell für Estrichluken haben wir nicht gefunden. Fragen Sie den Anbieter nach dem U-Wert und der Luftdichtheit der Luke und danach, wie der Rahmen an die Dampfbremse angeschlossen wird.

Die Dampfbremse im Dach. Bei der Zwischensparrendämmung ist sie das wichtigste Bauteil. Sie muss lückenlos an Sparren, Pfetten, Kamin, Dachfenster und Giebelwände angeschlossen sein. Jede Steckdose und jede Leitung, die sie durchstösst, ist ein Leck. Fragen Sie, ob eine Installationsebene vor der Dampfbremse vorgesehen ist.

Das Unterdach. Eine Innendämmung auf einem undichten Unterdach durchfeuchtet. Lassen Sie das Unterdach vor der Dämmung prüfen.

Was vor der Unterschrift zu prüfen ist

  1. Die Nutzung des Estrichs, schriftlich festgehalten: ungenutzt, Abstellraum oder Wohnraum.
  2. Die Variante: Einblasdämmung, Matten oder begehbare Platten, mit Dämmstärke und Dämmstoff.
  3. Der U-Wert nach der Sanierung, berechnet, und ob er den Förderwert von 0,20 erreicht, falls das Dach gedämmt wird.
  4. Die Dampfbremse als eigene Position, mit verklebten Stössen und Randanschlüssen.
  5. Die Estrichluke: gedämmt und luftdicht angeschlossen, mit Preis.
  6. Das Fördergesuch vor Baubeginn. In Zürich und Bern gilt: kein Gesuch, kein Beitrag. In Zürich gilt das Anbringen der Dämmung als Baubeginn.
  7. Der GEAK Plus, falls der Beitrag CHF 10 000 überschreitet (Zürich und Zug) oder falls über GEAK-Klassen gefördert wird (Bern). Zürich fördert den GEAK Plus für Einfamilienhäuser mit CHF 1 000.

Wo Sie sich hinwenden

Die Förderstellen. Kanton Zürich: Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft, Stampfenbachstrasse 12, 8090 Zürich, 0800 93 93 93. Kanton Bern: Amt für Umwelt und Energie, Laupenstrasse 22, 3008 Bern, 031 633 36 50. In Zug und Basel-Stadt führen die kantonalen Energiefachstellen die Gesuche; die Adressen stehen auf den oben genannten Seiten.

Die Betriebe. Dachdämmungen führen Dachdecker und Zimmerleute aus, Estrichbodendämmungen auch spezialisierte Isolierbetriebe. Die Verbände führen Mitgliederverzeichnisse: Gebäudehülle Schweiz, Lindenstrasse 4, 9240 Uzwil, 071 955 70 30; Holzbau Schweiz, Thurgauerstrasse 54, 8050 Zürich, 044 511 02 00.

Dämmstoff und Material. Drei Adressen:

  • Flumroc AG, Industriestrasse 8, 8890 Flums, 081 734 11 11, Hersteller von Steinwolle
  • swisspor AG, Bahnhofstrasse 50, 6312 Steinhausen, Hersteller von Dämmstoffen
  • HG Commerciale, Hauptsitz Stauffacherquai 46, 8022 Zürich, 43 Verkaufsstellen, Baumaterial

Adressen erhoben am 12. Oktober 2026 auf den Websites der genannten Unternehmen und Verbände. Sie werden als Dienstleistung publiziert und sind keine Empfehlung der Redaktion.

Energie

Der Dienstagsbrief

Ein Artikel, ein Preis, eine Bewilligung. Jede Woche, auf Deutsch oder Französisch, nie beides zugleich.