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Dach sanieren: Ziegel, Spenglerei und Dämmung, der Preis pro Quadratmeter und die Kontrollpunkte

Zwischen 200 und 400 Franken pro Quadratmeter, Gerüst inbegriffen. Das Detail nach Posten zeigt, wo die Differenz entsteht, und warum das Abdecken des Dachs der Moment ist, in dem die Untersparrendämmung am wenigsten kostet.

Dachsanierung an einem Schweizer Haus: zwei Dachdecker auf einem Gerüst verlegen Tonziegel über einer schwarzen Unterdachbahn, Spenglerblech an der Traufe, ein Bereich zeigt die Dämmung zwischen den Sparren.
Ziegel, Unterdach, Spenglerei und Dämmung: vier Posten auf derselben Baustelle.

Ein Dach zu sanieren ist nicht ein Gewerk, sondern drei, die aufeinanderfolgen: Der Dachdecker verlegt die Ziegel, der Spengler führt das Wasser, und die Dämmung schiebt sich dazwischen, solange die Bedachung offen ist. Diese Abhängigkeit macht die Offerten schwer vergleichbar, weil ein Quadratmeterpreis die ganze Kette oder nur einen Teil abdecken kann. Das Folgende gilt für das geneigte Ziegeldach; ein Flachdach mit Abdichtung und Dämmung wird nach einer anderen Logik gerechnet.

Dachsanierung: Kosten pro m2, Posten für Posten

Die für 2026 publizierten Schweizer Preiserhebungen verorten eine komplette Sanierung eines Steildachs, inklusive Rückbau der alten Bedachung, zwischen 200 und 400 Franken pro Quadratmeter Dachfläche. Die Spanne ist weit, weil sie von der Neigung, vom Zugang, von der Ziegelart und davon abhängt, ob eine neue Dämmung dazukommt oder nicht.

Das Detail erklärt die Differenz:

Posten Preis pro m²
Rückbau der alten Bedachung und Entsorgung CHF 20 bis 45
Unterdach (Lattung, Konterlattung, Unterdachbahn) CHF 30 bis 70
Ziegel, Material und Verlegung CHF 60 bis 130
Spenglerei (Rinnen, Kehlen, Anschlüsse) CHF 40 bis 90
Untersparrendämmung CHF 40 bis 100

Drei Erkenntnisse.

Der Ziegel ist nicht der einzige Posten, der zählt. Er macht rund einen Drittel des Totals aus. Ein engobierter Tonziegel kostet mehr als ein Betonziegel, doch die Differenz auf der Gesamtrechnung bleibt gemessen, weil der Verlegeaufwand derselbe ist.

Das Gerüst ist ein fixer Kostenblock, der nicht immer in der Tabelle auftaucht. Rechnen Sie mit 15 bis 30 Franken pro Quadratmeter eingerüsteter Fassade zusätzlich. Es wird einmal bezahlt, ob nur die Bedachung erneuert oder gleichzeitig gedämmt wird. Deshalb ist ein Dach, das ohnehin abgedeckt werden muss, der wirtschaftliche Moment zum Dämmen: Der Rückbau bezahlt bereits den Zugang und das Öffnen.

Die Spenglerei ist der Posten, den man unterschätzt. Rinnen, Kehlen, Kaminanschlüsse, Lukarnenanschlüsse: Das ist die unsichtbare Arbeit, die entscheidet, ob das Dach zehn Jahre dicht bleibt oder im ersten Winter tropft. Eine Offerte, die die Spenglerei pauschal beziffert, ohne die Einzelpunkte aufzuführen, verbirgt oft den Posten, an dem die Ausführung scheitert.

Was kostet eine Dachsanierung? Ein Einfamilienhaus gerechnet

Die Quadratmeterpreise werden erst greifbar, wenn man sie auf ein Dach legt. Angenommen sei ein Einfamilienhaus mit einem Satteldach von 150 m² Dachfläche, schräg gemessen, und rund 200 m² eingerüsteter Fassade. Mit den Spannen der Tabelle oben ergibt das:

Posten, Dach von 150 m² Von Bis
Rückbau und Entsorgung CHF 3 000 CHF 6 750
Unterdach, Lattung und Konterlattung CHF 4 500 CHF 10 500
Ziegel, Material und Verlegung CHF 9 000 CHF 19 500
Spenglerei CHF 6 000 CHF 13 500
Neueindeckung ohne Dämmung CHF 22 500 CHF 50 250
Untersparrendämmung CHF 6 000 CHF 15 000
Gerüst, 200 m² Fassade CHF 3 000 CHF 6 000
Dachsanierung mit Dämmung und Gerüst CHF 31 500 CHF 71 250

Zum Vergleich: Die Offertenplattform Ofri hat 46 Preise für Dachsanierungen ausgewertet, die Aufträge lagen zwischen CHF 6 990 und 52 265, für das Neueindecken allein nennt sie CHF 83 bis 122 pro m² (Stand Juli 2026). Das obere Ende unseres Beispiels, mit Dämmung und Gerüst, liegt darüber, weil es alle Posten eines vollständig geöffneten Daches enthält.

Diese Rechnung ist ein Beispiel, keine Offerte: Sie gilt für ein einfaches Satteldach ohne Lukarnen und mit gesundem Dachstuhl. Jede Lukarne, jeder Kamin und jede Kehle erhöht vor allem die Spenglerei, und ein Dachstuhl, der nach dem Abdecken Schäden zeigt, kommt als eigener Posten hinzu. Wer ein Dachfenster nachrüsten will, tut es am besten jetzt, solange das Dach offen und das Gerüst bezahlt ist; Kosten, Bewilligung und U-Wert zeigt unser Artikel Dachfenster und Lukarnen.

Im Kanton Zürich steht dem die Förderung gegenüber: Werden die 150 m² nach den Programmbedingungen gedämmt, sind es zum Ansatz von bis 60 Franken pro Quadratmeter bis 9 000 Franken, sofern das Gesuch vor Baubeginn eingereicht wird.

Den Kostenvoranschlag für die Dachsanierung lesen

Zwei Kostenvoranschläge für dasselbe Dach liegen oft weit auseinander, ohne dass einer der Betriebe falsch rechnet. Die Differenz steckt fast immer in vier Stellen.

Welche Fläche gemeint ist. Ein Preis pro Quadratmeter Dachfläche, schräg gemessen, und ein Preis pro Quadratmeter Grundfläche des Hauses sind nicht dasselbe: Bei einem steilen Dach ist die Dachfläche deutlich grösser. Der Kostenvoranschlag nennt das Ausmass in m² und wie es gemessen wurde.

Was drin ist. Rückbau, Entsorgung, Unterdach, Spenglerei, Dämmung und Gerüst sind je eine eigene Zeile. Fehlt eine davon, ist der tiefere Kostenvoranschlag nicht günstiger, sondern unvollständig.

Was offen bleibt. Den Zustand von Lattung und Sparren sieht erst, wer abdeckt. Seriöse Kostenvoranschläge nennen dafür Einheitspreise, etwa pro Laufmeter ersetzter Latte oder pro Sparren, statt die Überraschung später in Regie zu verrechnen.

Wie verbindlich der Betrag ist. Ein Kostenvoranschlag ist in der Regel ein ungefährer Ansatz, keine Pauschale. Wird ein mit dem Unternehmer verabredeter ungefährer Ansatz ohne Zutun des Bestellers unverhältnismässig überschritten, kann dieser nach Artikel 375 OR bei Bauten auf eigenem Grund eine angemessene Herabsetzung verlangen oder vom Vertrag zurücktreten. Wer Planungssicherheit will, lässt sich die Neueindeckung pauschal und nur das Unvorhersehbare nach Einheitspreisen offerieren.

Die Untersparrendämmung, die mit dem Förderansatz vor Augen gewählt wird

Das ist die Rechnung, die fast keine Bedachungsofferte für Sie macht.

Der Kanton Zürich zahlt für die Wärmedämmung von Dach, Wand und Boden bis 60 Franken pro Quadratmeter. Zwei Schwellen begrenzen die Auszahlung: Beiträge unter 2 000 Franken werden nicht ausbezahlt, und pro Gesuch gilt ein Maximum von 500 000 Franken.

Die erste Schwelle ist die praktisch relevante. Bei 60 Franken braucht es rund 34 Quadratmeter gedämmte Fläche, damit überhaupt etwas fliesst. Ein ganzes Dach überschreitet das leicht; eine einzelne Lukarnenfläche nicht. Wer stückelt, verliert.

Kommt eine Photovoltaikanlage dazu, ist die Dachsanierung genau der Moment, in dem die Module am wenigsten kosten, weil Gerüst und Zugang bereits stehen. Das Dach einmal zu öffnen und beides zu erledigen, ist günstiger als zwei getrennte Baustellen.

Die Regel: Man fragt den Dachdecker nicht «welche Stärke empfehlen Sie?», sondern «welche Stärke erreicht mit Ihrem Dämmstoff welchen U-Wert, und wo verläuft die Hinterlüftung?».

Zur Grössenordnung: Die kantonalen Anforderungen für einen Neubau liegen bei rund 22 cm Dämmstoff im Dach. Bei der Sanierung sinkt die geforderte Stärke um einige Zentimeter, doch der Raum zwischen den Sparren diktiert oft die Wahl zwischen Zwischensparren-, Aufsparren- oder kombinierter Dämmung.

Die Stellen, an denen die Ausführung scheitert

Das schlampige Unterdach. Unter den Ziegeln führen eine Unterdachbahn und eine korrekte Hinterlüftung die Kondensation ab. Wird die Luftschicht vom zu hoch verlegten Dämmstoff zusammengedrückt, staut sich die Feuchtigkeit, und der Dachstuhl fault, ohne dass von aussen etwas sichtbar wird. Das ist der teuerste und der am spätesten auftretende Mangel.

Die Spenglereianschlüsse. Rund um einen Kamin, eine Lukarne oder eine Mauer muss das Wasser über ein Metallblech geführt werden, nicht von einer weichen Fuge gehalten, die altert. Ein in das Mauerwerk eingelassenes Blech hält dreissig Jahre, ein Dichtstoff hält fünf. Genau dort tropft ein Dach, das neu schien.

Die unterbrochene Dampfbremse. Innenseitig, unter dem Dämmstoff, muss die Membran durchgehend und luftdicht sein, verklebte Stösse inbegriffen. Eine einzige Leckage warmer Luft ins Kalte, und der Wasserdampf kondensiert im Dämmstoff, der seine Leistung verliert und den Dachstuhl durchnässt. Der Mangel zeigt sich nur im Infrarot oder zu spät.

Diese drei Punkte sind keine Optionen. Sie entscheiden, ob das Dach sein rechnerisches Versprechen hält oder es im Detail verliert.

Was vor der Unterschrift zu prüfen ist

  1. Rückbau und Entsorgung: separat beziffert, mit der Abfallbehandlung, und der Zustand des Dachstuhls nach dem Abdecken.
  2. Unterdach und Hinterlüftung: Art der Bahn, eingehaltene Luftschicht, Lufteintritt an der Traufe und Austritt am First.
  3. Die Spenglerei Punkt für Punkt: Rinnen, Kehlen, Kamin- und Lukarnenanschlüsse, beziffert, nicht als Globalpauschale.
  4. Der angestrebte U-Wert, schwarz auf weiss, und die Stärke, die ihn mit dem offerierten Dämmstoff erreicht.
  5. Die Dampfbremse und ihre Luftdichtheit, Stösse inbegriffen.
  6. Das Fördergesuch vor Baubeginn eingereicht. Eine begonnene Baustelle ist nicht mehr förderfähig.

Wo Sie sich hinwenden

Die Betriebe. Für Bedachung und Spenglerei führt der Branchenverband die Liste seiner ausgebildeten Mitglieder: suissetec Zürich, Sihlquai 255, 8005 Zürich, 044 434 20 90, mit Betriebsverzeichnis. In den anderen Kantonen führen die jeweiligen suissetec-Sektionen die entsprechenden Verzeichnisse.

Material und Gebäudetechnik. Vier Anbieter für Ziegel, Dämmstoff, Spenglereiblech und Werkzeug:

  • HG Commerciale, Hauptsitz Stauffacherquai 46, 8022 Zürich, 43 Verkaufsstellen
  • Richner, Ausstellung Zürich, Albisriederstrasse 253, 8047 Zürich, 044 438 25 25, Baumaterial und Platten
  • Bringhen AG, Kantonsstrasse 32, 3930 Visp, Bringhen Group, Baumaterial, Holz und Werkzeuge
  • Debrunner Acifer Bewehrungen AG, Riedthofstrasse 228, 8105 Regensdorf, 058 235 10 70, technische Produkte und Befestigungen

Adressen erhoben am 21. August 2026 auf den Websites der genannten Unternehmen und Verbände. Sie werden als Dienstleistung publiziert und sind keine Empfehlung der Redaktion.

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